Gründung

Kunst ist nicht mit Kleingeld zu haben.Kurt A. Körber

Frühsommer 1960. Intendant Rolf Liebermann hat gerade mit Verdis „La Traviata“ einen Riesenerfolg, die Vorstellungen sind ausverkauft und durch die Ausstrahlung in Rundfunk und Fernsehen hat sein Haus einen beachtlichen Überschuss erzielt. Nach geltendem Hamburger Haushaltsrecht fließt dieses Geld jedoch nicht in seine Kasse, sondern in den Hamburger Staatssäckel. Liebermann, der mit ehrgeizigen Projekten die Hamburgische Staatsoper zu einer international bedeutenden Adresse machen will, macht seine Vertragsverlängerung davon abhängig, dass die Stadt dieses Problem löst.
Das ruft einige Kunstliebhaber auf den Plan, die unbedingt Liebermanns Weggang verhindern wollen. Der Unternehmer Kurt A. Körber, Rechtsanwalt Walter Hoffman, BAT-Aufsichtsrat Günther Buch, Intendant Rolf Liebermann und Operndirektor Herbert Paris machen dem Senat ein Angebot: Sie sorgen für ein Startkapital von 200.000 DM und für fortlaufende Spenden, wenn der Senat künftig Mehrerlöse aus Opernproduktionen an die geplante Stiftung fließen lässt.
Bürgermeister Max Brauer und Finanzsenator Herbert Weichmann wissen, dass die Attraktivität ihrer Stadt nicht allein von Hafen und Wirtschaft bestimmt wird, sondern gleichermaßen von ihrem Kultur- und Bildungsangebot. Darum befürworten sie das Ansinnen der „Bürgerinitiative“ und der Senat stimmt dem Angebot zu.
Am 6. Dezember 1960 trägt Eduard Söring als Gründer die „Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper“ im Stiftungsamt des Senats ein.

Von dem spannenden Dialog zwischen dem Opernhaus und den Hamburger Opernliebhabern ließ sich kurz darauf eine Reihe Förderer zum Beitritt inspirieren. Weil sie natürlich ihre Oper liebten, weil sie den Einsatz ihrer Beiträge aber gleichermaßen als lohnende Investition betrachteten. Als eine Investition nicht nur in Lebensqualität:
Nur eine Stadt mit kulturellen Höhepunkten kann auch wirtschaftlich blühen
– Klaus von Dohnanyi